Freitag, 23. September 2016

Fußball! Kein Tiki-Taka - Warum die Saisonkampagne der Schanzer einfach Spitze ist!






"Wir schauspielern nicht, wir sind wirklich so gut" oder "Heute gab´s auf die Zirbelnuss", mit diesen "Spieltagsplakaten im Rahmen der FCI-Kampagne "Wir schreiben Geschichte neu" entzückten die Schanzer ihre Fans. Natürlich auch deswegen, weil der FC04 eine ungefährdete und souveräne Saison spielte. Die letzte Saisonkampagne mit Kupferstichen-Design und dem "Claim" "Wir schreiben Geschichte neu" sollte den Bezug zur "Schanz" und dem Spitznamen "Schanzer" herstellen. Was auch gelang. Die "Schanz" wurde Heimspiel um Heimspiel erfolgreich verteidigt. Gladbach verlor mit 0:1 in Ingolstadt und Schalke gleich mit 0:3.
Doch eine neue Saison, bedeutet euch eine neue Saisonkampagne. So war natürlich die Spannung groß, was sich der FC Ingolstadt 04 in Zusammenarbeit mit der Marketing-Firma "Jung van Matt Sports" ausgedacht hat, für die kommende Saison.
Die neue Kampagne "Wir spielen euch nichts vor", kommt aggressiver und deutlicher daher. Grelle Farben mit Warnhinweisen, gelb, rot und schwarz dominieren. Und die Trailer-Videos zur Kampagne wirkten ebenfalls kämpferisch, aggressiv und offensiv vom Auftritt her. In einem Video heißt es am Ende "Fußball! Kein Tiki Taka" Eine klare Aussage. Die Schanzer waren in der vergangenen Saison nicht gerade für tollen Offensiv-Fußball bekannt. Das war aber auch egal. Eher für harten Kampf, hunderte von gelaufenen Kilometern pro Spiel und aggressives Pressing. Wir trieben unsere Gegner sogar so in den Wahnsinn, dass die Gladbacher Spieler nachdem 0:0 in der Hinrunde, sich beschwerten. Und HSV-Spieler Holtby die Spielweise der Schanzer sogar "ekelhaft" als bezeichnete. Jetzt machte der FC04 das mehr oder weniger zum Programm. In einem weiteren Video heißt es der "Liga-Alptraum geht weiter." Ein klares Statement an die Liga. Nehmt euch in Acht, wir sind noch nicht am Ende und spielen euch gewiss nichts vor. Ein Versprechen an die Fans und an die Liga. Mit uns ist nicht zu Spaßen. Das zeigte schon die vorherige Saison, mehr als deutlich.
Die Kampagne ist aggressiv, modern und kämpferisch. Sie hat eine klare Aussage. Und die Farbgebung der Elemente sorgt ebenfalls dafür, dass es sich gut einprägt. Vor jedem Spieltag erscheinen Posts auf Facebook. Der beste bisher war: "Irgendwie ist der Pep, ja bei euch raus." Nach den Spielen erscheint immer ein Video mit den Werten der Spieler (Ballbesitz, gespielte Pässe usw.).


Jung van Matt Sports wird dem ein oder anderen nichts Sagen. Die Agentur mit ihren Hauptsitz in der Hansestadt Hamburg, hat im Sportbereich beispielsweise die DFB-Kampagne "Unsere Amateure.Echte Profis" gestaltet oder die Adidas-Kampagne "There will be haters." Jung van Matt selbst war für die deutschlandweite bekannte Edeka-Kampagne "Supergeil" verantwortlich, sowie für "Nikon - I am Different" oder die Saisonkampagne von Schalke 04.


Die Schanzer spielen uns nichts vor. Wird nur noch Zeit, dass die Leistungen ab Samstag gegen Gladbach wieder stimmen. Damit der Liga-Alptraum auch wirklich weitergeht.



Bilder: FC Ingolstadt Internetseite und FC Ingolstadt Facebook-Seite



Donnerstag, 22. September 2016

Die Schanzer müssen jetzt liefern!



Platz 15, 2:8 Tore und ein Punkt aus vier Spielen. Das ist ein definitiv ein Fehlstart nach Maß. Die Spieler sprechen davon "sich zu Belohnen zu wollen für den Aufwand." So nach Krise hört sich das alles nicht an. Die Zahlen sagen aber soweit etwas Anderes.

Nach der 0:2-Niederlage zuhause gegen die SG Eintracht Frankfurt, muss man besorgt sein. Und zwar nicht nur, aufgrund des aktuellen Tabellenstands. Nachdem die Schanzer als Außenseiter in München befreit aufspielten und die Münchner sogar schlagen hätten müssen, folgte gegen die stark gestartete SGE eine schwache Leistung. Nach einem Spielauftakt wie die Feuerwehr, bauten die Schanzer, Minute für Minute immer mehr ab. Die SGE fand besser ins Spiel und schlug vor und kurz nach der Halbzeit eiskalt zu. Die Offensivbemühungen der Schanzer waren behäbig und mit wenig Durchschlagskraft. Außer mit Halbchancen brachte der FC04 die Eintracht kaum in Gefahr. Vier Stürmer bot Trainer Kauczinski auf um scheinbar mit allen Offensivkräfte vorhanden sind, die SGE ordentlich unter Beschuss zu bringen. Das gelang nicht. Die Stürmer Lezcano, Hinterseer, Hartmann und Leckie standen sich teilweise gegenseitig im Weg. Was auch daran lag, dass die Schanzer noch nie mit vier Stürmern aufliefen. Über die Außen kam viel zu wenig Druck. Nachdem 2:0 folgte auch keine Reaktion der Mannschaft. Verzweifelt und ohne Konzept versuchten die Schanzer irgendwie noch ins Spiel zurückzukommen. Doch das gelang nicht. Laufleistung und Kampf stimmten zwar. Aber damit alleine gewinnt man eben keine Spiele in der deutschen Elite-Liga.
Bilder: Roland Geier



Nachdem 1:1 in Hamburg, einem 0:2 gegen Hertha BSC Berlin, einem 1:3 in München und dem 0:2 gegen die SGE. Müssen jetzt Punkte folgen. Einzig die kapitalen Fehlstarts von Schalke 04 und Werder Bremen (beide punktlos), sowie dem HSV (1 Punkt) verhindern aktuell, dass man nicht unter beiden Strichen in der Tabelle landet. Doch sich auf die anderen Mannschaften zu verlassen, ist ohnehin die falsche Lösung. Am Samstag müssen die Ingolstädter zur Borussia aus Möchengladbach. Ein starker Gegner, der zuletzt aber auch immer wieder Federn lassen musste. Was für die Schanzer spricht, gegen offensive Mannschaften taten sich die Schanzer schon immer leichter. Sie konnten kontern, munter mitspielen und sogar gewinnen. In Gladbach gab es damals mit "Shit-Chat" ein 0:0. Zuhause wurde der Champions League-Teilnehmer und mehrfache Deutsche Meister mit 1:0 bezwungen. Es waren die sogenannten Festspielwochen der Schanzer, denn eine Woche vorher wurde noch Schalke 04 mit 3:0 geschlagen. Doch das war letzte Saison. Und jeder der dachte, diese Runde wird leicht, der hat sich gewaltig getäuscht. Von Anfang an, war klar, dass die Schanzer wohl bis zum 34. Spieltag um den Erhalt der Klasse kämpfen müssen. Doch diese Tatsache, kann nicht der Grund sein, dass man jetzt einfach sagt: "Das wird schon." Klar sind Darmstadt und Augsburg mit ihren vier Zählern nur einen Sieg entfernt. Doch einen Sieg im Borussia-Park muss der FC04 erstmal einfahren. Danach kommt die TSG aus Hoffenheim und dann geht es zu einem aktuellen richtig starken 1. FC Köln. Kein leichtes Programm. Zumal damit zu rechnen ist, dass Schalke bald punkten wird. Auch wenn Bremen und Hamburg aktuell teilweise zweitligawürdige Leistungen abliefern, werden diesen Teams auch irgendwann Siege gelingen. Zumal beim HSV höchstwahrscheinlich bald ein neuer Coach auf der Bank sitzt. Und bei Bremen ein neuer Trainer ebenfalls im Anmarsch ist.

Beruhigend wirkt einzig, dass die Schanzer schon die aussichtlosesten Lagen in ihrer Vereingeschichte gelöst hat. Man erinnere sich an fast alle Zweitliga-Saisons. Am Ende schafften man immer irgendwie den Klassenerhalt. Doch ein Zweitliga-Abstiegskampf ist auch nicht so schwer zu führen, wie einer in der ersten Liga. Rauszukommen, wenn der Rückstand aufs rettende Ufer wächst ist schwer. In den vergangenen beiden Spielzeiten gab es immer ein Foto-Finish. Einmal schaffte es Stuttgart noch mit Ach und Krach, Paderborn ging Runter mit Freiburg. Das andere Mal, hielt Bremen am letzten Spieltag die Saison, Stuttgart ging runter und die SGE kam in die Relegation.
Egal wie man es dreht oder wendet. Die Lage bei den Schanzern ist sehr, sehr angespannt. Offensiv keine Durchschlagskraft und defensiv alles andere als sattelfeste Leistungen, lassen sich auch darauf zurückführen, dass die Spieler vielleicht noch Zeit brauchen sich auf die Spiel-Idee des neuen Trainers einzulassen. Doch Zeit haben die Schanzer aktuell keine. Die Schanzer sind ein Kellerkind. Das war klar. Aber der Saisonstart ist verkorkst. Das war weder gewollt, noch unbedingt vorhersehbar. Der FC Ingolstadt muss nun liefern. Punkte, egal wie. Egal ob mit Shit-Chat, Glück oder Last-Minute-Siegen. Nur Punkte und Siege können die Situation nun entscheidend verbessern. Oder wie es in der eigenen Kampagne "Wir spielen euch nichts vor" heißt: Fußball kein Tiki-Taka! Sonst wird die Luft sehr schnell, sehr dünn, im Keller der Liga.





Donnerstag, 14. Juli 2016

Die Rückschau zur EURO 2016: So schlecht war die EM 2016 nicht

Die UEFA EURO ist erst zu Ende gegangen und da wirft die EURO 2020 bereits wieder ihre Schatten voraus. Insbesondere die Erweiterung des Teilnehmerfelds wurde zuletzt stark kritisiert. Auch die Zusammensetzung der Achtelfinal-Partien geriet in starke Kritik.

Grund genug  dieses Thema genauer zu beleuchten. 24 statt 16 Teams. 54 Nationen spielten dabei die Plätze für die Europameisterschaft in Frankreich aus. Heißt weniger als die Hälfte der Teams konnten ein Ticket für die EM ziehen. Zwischen 1996 und 2012 durften 16 Teams an der EM teilnehmen. Das entsprach in etwa 30 % aller Teams, die an der Qualifikation teilnahmen.

Die EM war damals eine Veranstaltung, von einem erlesenen Teilnehmerkreis. Erstteilnehmer gab es seit der EURO 1996 in England nicht viele. 2000 hatten Jugoslawien, Norwegen und Slowenien, Premiere. 2004 nahm Lettland zum ersten Mal am Wettbewerb, Teil. 2008 feierte der Gastgeber, Österreich, Premiere und die Mannschaft aus Polen. 2012 war mit der Ukraine wieder ein Gastgeber, Premieren-Teilnehmer.

Der Teilnehmerkreis war also immer ein Kreis von Dauerteilnehmern. Beispielsweise Deutschland, Italien, Spanien oder Portugal. Die Russen gehören auch seit einigen Turnieren zu den Dauerteilnehmern. „Kleinere“ Nationen hatten dagegen oft das Nachsehen. Bei der Qualifikation zur EURO 2016 setzten sich schließlich Island, Österreich und Wales als Gruppensieger durch. Heißt sie wären auch beim 16er-Teilnehmerfeld bei der EURO mit dabei gewesen.

An die Neulinge hatte man sich gewöhnt. Doch während der EM begann eine Qualitätsfrage die Foren auf Facebook und auch in der Presse zu erfassen. Spiele mit wenigen Toren, teilweise langweiligen Spielanlagen bekam man vor dem Fernseher zu Sehen.

Insbesondere die nicht so technisch versierten und nicht mit Topstars gespickten Teams, agierten sehr defensiv. Sie versuchten dem überlegenen Gegner mit einer tiefstehenden Hintermannschaft, den Zahn zu ziehen. Und suchten schließlich ihr Glück im Konter. Das gelang. Nordirland, Irland, die Slowakei und Ungarn  fanden so ihren Weg ins Achtelfinale.

Doch neu ist die Art und Weise, Fußball zu spielen nicht. Es schlichtweg das Mittel der „Kleinen“ die „Großen“ zur Verzweiflung zu führen. Das ist nicht verwerflich. Auch wenn diese Spielweise, keine Offensivfeuerwerke nach sich zieht. Bis zum letzten Spieltag der Gruppenphase musste gewartet werden, als es richtig krachte. Gleich sechs Tore fielen beim Gruppenfinale in der Gruppe F bei Portugal – Ungarn (3:3). Ansonsten meistens das Gleiche. Offensive Mannschaften wurden von tiefstehenden Mannschaften in den Wahnsinn getrieben.

Überraschungen hielt die EURO dennoch parat. Aufopfernd kämpfende Albaner schafften es auf Platz drei, der unter Umständen zur Teilnahme für das Achtelfinale berechtigt. Und hier trat gleich das nächste Ärgernis dieser EM auf. Die Albaner mussten nämlich drei Tage im Quartier warten. Sie wussten eben nicht, sollen sie sich auf ein Achtelfinalspiel vorbereiten oder heimreisen. Am Ende hieß es Heimreise, weil sich die Slowakei, Portugal, Nordirland und Irland die Tickets sicherten. Die Segel streichen mussten dann schließlich Albanien und die Türkei. Und genau hier hagelte es Kritik. Am Modus. Nicht zwingend dass die besten Gruppendritten ins Achtelfinale kamen. Den gleichen Modus gab es auch bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1994 in den USA.

Und da war noch der Turnierbaum. Kritisiert wurde hier dass im „linken“ Turnierbaum sich die Schwergewichte mit Deutschland und Frankreich aufhielten. Und im rechten dagegen die vermeintlichen „Kleinen“ mit Polen, Wales ,der Schweiz und Island. Als Knaller gab es im Achtelfinale dann gleich mal die Neuauflage des Endspiels 2012. Der vierfache Weltmeister und Vize-Europameister kam weiter. Spanien schied aus. Und trotzdem war der Weg zum Beispiel für die Franzosen ins Halbfinale vermeintlich einfach. Die Franzosen mussten im Achtelfinale gegen Irland ran, im Viertelfinale wartete dann Island. Wobei auch hier es die Engländer hätten sein können. Deswegen relativiert sich hier meiner Meinung auch die Kritik. Denn als Gruppenerster, bekommt tendenziell eher den leichteren Gegner im Achtelfinale. Und wer am Ende den Titel haben möchte, der muss letztendlich gegen alle gewinnen.

Trotzdem würde eine „Setzung“ des Turnierbaums dem Turnier nicht schaden. Genügend Möglichkeiten gibt es auch. Und auch sowas, wie mit Albaniens Team, darf nicht mehr passieren. Dass man drei Tage im Quartier ausharrt und nicht weiß, wie es weiter geht. Auch hier muss sich die UEFA etwas einfallen lassen. Oder den Spielplan flexibler gestalten.

Trotzdem gab es auch viele tolle Geschichten bei dieser EURO. Irische Fans, die den Titel Europameister verdient gehabt hätten, mit ihrer tollen Stimmung und Unterstützung während des Turniers. Die Nordiren haben mit ihren „Will Griggs on fire“ einen neuen Superhit in die Welt getragen. Und die Spieler aus Island, eroberten die Herzen Europas mit ihrer kämpferischen Spielweise und einem leidenschaftlichen und lauten „Huh.“ Dagegen blamierten sich die Engländer, eins ums andere mal. Die Niederländer vermisste keiner. Sie bereiten sich schon mal auf die Mission WM-Titel 2018 vor.  Die Österreicher enttäuschten als Geheimfavorit kläglich. Und die Ungaren zogen überraschend ins Achtelfinale ein. Die Belgier bleiben eine goldene Generation, ohne Krönung und werden auch bereits heiß auf die WM 2018 blicken. Die Italiener zeigen nach 60 Jahren, endlich dass sie auch offensiv spielen können. Und das sogar sehr gut. Es gab viele Geschichten zu erzählen, nach den Titelwettkämpfen in Frankreich.

Und wie geht es jetzt weiter? Nach dieser EURO mit wenig spielerischen Glanzpunkten und doch kleinen und großen Überraschungen? Die Qualifikation zur EURO 2020 wird komplex. Es soll normale Qualifikationsgruppen geben und weitere Plätze werden über eine Nationenrunde vergeben werden. Das ist nicht die einzige Neuerung. Denn die EURO gastiert in 13 Ländern. Also eine richtige Europameisterschaft. Über den ganzen Kontinent verteilt. Jedes Land soll dabei, Heimspiele haben. Sofern sich das Land, den Zuschlag für Spiele erhalten hat. Das DFB-Team würde demnach in München seine Spiele austragen. Die Halbfinals und das Endspiel finden dann im Tempel, Wembley in London statt. Die Stimmung wird natürlich nicht so großartig, vergleichbar mit einer EURO in einem Land. Aber es wird dieses Mal ein „großes“ europäisches Turnier. Die ganz genaue Umsetzung will die UEFA erst im Dezember bekanntgeben. Man darf also nach wie vor gespannt sein, wie sich das die europäische Fußballunion das vorstellt.

Ob jetzt die UEFA komplett die Seele am Fußballsport veräußert hat. Darüber kann wie immer streiten. Die EURO 2024 wird dagegen wieder ein Turnier in einem Land sein. Zumindest wenn Deutschland den Zuschlag für eine EURO erhält. Die letzte trug Deutschland 1988 aus. Allerdings gibt es Konkurrenz aus Skandinavien. Norwegen, Finnland, Dänemark und Schweden planen eine Bewerbung.  Auch die Türkei probiert abermals einen Anlauf, für die Ausrichtung einer EURO.

Man darf gespannt sein, was da noch auf uns zukommt.

 

Montag, 21. März 2016

Kalou, Haraguchi. Zack, Bum. Die Rückschau auf das Hertha-Spiel



Berlin. Meine 89. Auswärtsfahrt mit den Schanzern, war irgendwie eine Besondere. Auch wenn ich schon mal im Berliner Olympiastadion war, hat es immer etwas Magisches dort hin zu fahren. Mein letzter Berlin-Ausflug war sechs Jahre her. 2010 also. Und wieder rum acht Jahre war es her, dass ich zum ersten Mal in der Bundeshauptstadt war. Also 2002. Zwischen den Trips liegen also immer lange "Wartezeiten." Doch dieses Mal war es wieder soweit.
Auch wenn man bei einem Auswärtsspiel nicht viel sieht außer das riesige Olympiastadion, ist es immer toll in Berlin zu sein. Man kann nur erahnen, was man alles in der 4-Millionen-Metropole sehen kann. Vom Olympiastadion aus, dass im Westend im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf liegt, sieht man an einer Kreuzung, den Berliner Fernsehturm.
Das Olympiastadion besitzt eine Geschichte, die wohl einzigartig in Deutschland ist. Gebaut für die Olympiastadion 1936, für die WM 2006 großzügig saniert. Und trotzdem ist noch sehr vieles vom "Ursprungsbau" erhalten. Dass gegen Ingolstadt nur 45.000 Menschen ins Stadion kamen, verwunderte mich sehr. Die Hertha ist Tabellendritter, spielt einer der besten Saisons seit langer Zeit. Aber wahrscheinlich liegt es an den hohen Ticketpreisen. Jedenfalls ist es Schade, dass erst einmal bisher das Olympiastadion ausverkauft war. Die Berliner Hertha hätte es sich verdient, öfters vor einem vollen Stadion zu spielen. Aber nun erst mal zum Spiel.

Imposant ist es das Stadion in Berlin. Ein Prachtbau, ein Stück deutscher Geschichte. Das Spiel dagegen wird nicht in die Fußball-Geschichte eingehen. Zumindest die erste Hälfte. Höhepunkte  zum Notieren, gab es fast keine. Nur einen Torschuss der Hertha aus ca. 30 Metern, der knapp über die Latte ging. Und ein Plattenhardt, der erst sich selbst anschoss, den Ball doch aufs Tor lenken konnte, weil Kalou seinen Kopf hinstreckte. Ansonsten eine höhepunktarme Partie. Was auch daran lag, dass der FC04 wieder seine "eklige" Spielweise an den Tag lag. Spieler doppeln, Räume verdichten. Sinnbildlich dafür. Einen Hertha-Spieler hetzten gleich drei Schanzer hinterher. Sodass der Berliner keine Wahl mehr hatte, als den Ball ins Aus zu spielen.
In der zweiten Hälfte gestaltete sich die Partie schon deutlich attraktiver. Dann wurde kurios. Lezcano wurde gefoult. Die Hertha schaltete blitzschnell. Währenddessen jeder auf den Pfiff des Schiedsrichter wartete, flankte Kalou schon von Außen und Haraguchi schob aus wenigen Metern zur Führung ein. Man kann es sehen wie man möchte. Entweder, eine Frechheit das der Schiedsrichter nicht abpfiff. Oder kaltschnäuzige Hertha, die diese Situation pfeilschnell ausnutzte zur Führung. Wie dem auch sei. Berlin führte. Ingolstadt war bemüht die Spielkontrolle wieder an sich zu reißen. Doch das zweite Tor ließ nicht lange auf sich warten. Dieses Mal waren die Rollen anders verteilt. Roger mit einem Abspielfehler, Matip kann den Ball nicht zurückgewinnen. Und dieses Mal flankte der bärenstarke Haraguchi und Kalou traf zum 2:0. Die Ingolstädter Abwehr sah nicht gut aus. Die Verteidigung schlief kollektiv. Die Flanke segelte an den zweiten Pfosten. Und schon war es geschehen. Es deutete sich an, dass die Schanzer im sechsten Aufeinandertreffen mit den Hauptstädtern, nicht gewinnen kann. Bisher lautete die Bilanz: 2 Siege Berlin, 3 Remis, 0 Siege Ingolstadt. Hoffnung keimte allerdings dann später doch noch auf. Hasenhüttl wechselte den Anschlusstreffer ein. Cohen flankte und Hinterseer köpfte ein. Der Ball kullerte gemächlich über die Linie. Man war sich zwischenzeitlich nicht sicher, ob der Ball vor der Linie am Pfosten hängen bleibt. Doch er überquerte die Linie. Die Schanzer versuchten nochmal mit allen Mitteln, ein Remis zu entführen. Doch die gereifte Hertha, konnte Ingolstadt in Schach halten.
Am Ende verloren die Schanzer nach vier Remis in Folge wieder. Die kommenden Aufgaben werden nicht leichter. Zwar ist der Klassenerhalt zum Greifen nah. Doch der FC04 hat noch genug Arbeit vor sich, ihn entgültig einzutüten. Mit Schalke und Borussia Mönchengladbach kommen richtig schwere Gegner in den Sportpark. Zumal sich beide ein Kopf-an-Kopf-Rennen, um den direkten Champions League Platz. Beide brauchen Punkte unbedingt Punkte. Aber beide Teams sind Wundertüten. Zu unkonstant. Manchmal mit Glanzauftritten, manchmal mit schlechten Spielen. Da beide Teams recht offensiv agieren, kommt die Spielweise den Schanzern entgegen. Vor allem weil bei uns endlich die Stürmer treffen. Hinterseer erlebt seinen "zweiten" Frühling in dieser Saison. Moritz Hartmann ist aktuell der beste Torjäger der Schanzer und nähert sich einem Torkonto, mit zweistelligen Wert. Lezcano traf und auch Leckie hat wieder getroffen. Also gute Voraussetzungen für die kommenden Spiele.
Für Festspiele. Doch die Schanzer haben in dieser Saison des Öfteren schon gezeigt, dass auch die "großen" Brocken für sie machbar sind. Gegen Schalke und Gladbach gab es in der Hinrunde, Remis. Also warum dieses Mal, keine Siege?


Die nächsten Partien der Schanzer:
Samstag, 02.04 gegen den FC Schalke 04
Samstag, den 09.04 gegen VfL 1900 Borussia Mönchengladbach

Mittwoch, 2. März 2016

Da Lukas ist wieder da!


Lukas Hinterseer ist wieder da! Nachdem er am ersten Spieltag in Mainz, den ersten Bundesliga-Treffen der Schanzer in der Geschichte erzielte, traf der Österreicher und Publikumsliebling lange nicht mehr.
In der Hinrunde gehörte Hinterseer zu den Verlierern beim Ingolstädter Stammpersonal. Immer häufiger wurde der Stürmer ausgewechselt. Die Fans warteten darauf, wann bei Hinterseer der Knoten denn endlich platzen wird.
Hinterseer hat keineswegs seine Torgefährlichkeit verloren. Der Stürmer ist mehr oder weniger Opfer, des aufwendigen Spiels der Schanzer. Beim FCI verteidigt die Abwehr sehr hoch. Und auch die Stürmer sind angewiesen ihre Gegenspieler bereits frühzeitig zu attackieren. Dies soll dazu führen, dass die Gegner, Fehler machen und die zweiten Bälle dann verwertet werden können. Hinterseer machte genau das. Er attackierte, torgefährlich in Szene setzen konnte, er sich dagegen nur noch selten.
Hinterseer wurde gegen Bayer 04 Leverkusen und den FC Augsburg spät eingewechselt. Ein Denkzettel für Hinterseer. Doch dieser Denkzettel zeigte Wirkung. Denn jetzt ist Hinterseer fast eine Tormaschine geworden. Zuhause beim 2:0 gegen Bremen, schoss er den Foulelfmeter ins Netz. In Hamburg gelang ihm per Kopf das 1:1. Und gestern krönte er eine tolle Kombination der Schanzer mit einem Tor. Und wieder hallte es durch den Sportpark "Hinterseer, Hinterseer, Hey, Hey!" Mit vier Toren ist Hinterseer nun der zweitbeste Torschütze hinter Moritz Hartmann. Hartmann büßte dagegen seinen Stammplatz mal wieder ein. Aber Hartmann ließ schon öfters verlauten, dass er dies nur als zusätzliche Motivation sehe. Hinterseers neun Tore vom Vorjahr, scheinen machbar zu sein. Also Lukas, gib Gas. Damit es auch weiter im Sportpark hallt: "Hinterseer, Hinterseer, Hey, Hey!"

Montag, 29. Februar 2016

Ein Bild und seine Geschichte VI: Als Demir in Pfullendorf traf. Ein Bild aus Regionalliga-Zeiten


Stefan Leitl, Ersin Demir und Steffen Wohlfahrth hatten im August 2007, allen Grund zum Jubeln. Sie waren die Torschützen beim 3:0-Sieg in Pfullendorf. Damals versuchte der FCI unter Trainer Jürgen Press, Richtung zweiter Liga  zu marschieren. Dies gelang am Ende, wie wir alle wissen, Thorsten Fink. Jürgen Press, der mit den Ingolstädtern, Bayerischer Meister wurde, musste in der Winterpause seinen Hut nehmen.
Doch wer tummelte sich damals beim FCI in der Mannschaft? Im Tor gab es natürlich nur einen. Michael Lutz. Die Abwehr bildeten Mario Neunaber, Malte Metzelder, Michael Wenczel und Heiko Gerber. Im Mittelfeld agierten Stefan Leitl, Marcel Hagmann, Daniel Jungwirth und Andreas "Zecke" Neuendorf. Im Sturm wirbelten Steffen Wohlfahrth und Ersin Demir.
Sie waren auch später die Aufstiegshelden der Schanzer. Die ersten großen Helden der Ingolstädter. Doch der eine oder andere fragt sich, wo ist denn jetzt Pfullendorf?


Pfullendorf liegt im Landkreis Tübingen, Nahe am Bodensee in Baden-Württemberg. Heute spielen die Pfullendorfer in der Oberliga Baden-Württemberg. Jetzt heißen die Gegner, Bremen, Hamburg, Bayern München und Schalke 04. Damals hießen sie noch: Ludwigshafen, Pfullendorf, Reutlingen, Kassel und Elversberg. So lange ist das gar nicht her. Aber gefühlt doch eine Ewigkeit.

Ekelhaft. Aber der Erfolg gibt mehr als Recht - die Nachlese zum HSV-Spiel


Als "ekelhaft" bezeichnete HSV-Spieler Lewis Holtby unsere Schanzer nachdem 1:1 im Volksparkstadion. Das die Hamburger nach ihrer 1:0-Führung allerdings nicht mehr viel taten um das Spiel  zu gewinnen, erwähnt der Mittelfeldspieler allerdings nicht.
Anstatt selbstkritisch zu sein, warfen die Hamburger Spieler mit Kritik nach dem FCI. Bruno Labbadia lieferte selbst die Ironie des Tages. Im kleinen, kompakten und sehr dünnen Stadionmagazin des HSV meinte der Trainer: "Wir wären ja dumm, wenn wir nicht auf die Ingolstädter Standards vorbereitet wären."
Vorbereitet war der HSV scheinbar weder auf die Spielweise unserer Schanzer noch auf die Standard-Stärke. Denn das 1:1 durch Hinterseer, wurde mal wieder durch einen Standard von Groß eingeleitet. Noch Fragen?
Freilich war das Spiel im Volksparkstadion vor über 50.000 Zuschauern kein Leckerbissen. Die Frage ist allerdings auch, muss es das immer sein? Gewiss nicht. Ingolstadt zwingte dem Gegner mal wieder sein Spiel auf. Aggressives Gegenpressing, sehr hoch verteidigen, in die Zweikämpfe gehen und die zweiten Bälle konsequent in Ballbesitz und Offensivaktionen verarbeiten. Überraschend ist dies mittlerweile nicht mehr. Denn der FCI agiert die ganze Saison schon so. Und das mit großen Erfolg. Mit 30 Punkten steht man solide in der Tabelle da. Mit dem Abstiegskampf hatten die Schanzer diese Saison noch nie etwas zu tun. Der HSV versuchte seine eigene spielerische Schwäche an diesem Tag mit einem Seitenhieb, Richtung Oberbayern zu übertünchen. Doch jedem Spielbeobachter viel auf, dass die Hamburger immer noch verstanden haben, wie man seinen Gegner zur Verzweiflung bringt. Kampf und Leidenschaft zeigten die Norddeutschen, die in den letzten zwei Saisons sich schmeichelhaft über die Relegation retteten, jedenfalls nicht. Umso überraschender kommen solche Reaktionen. HSV-Coach Labbadia äußerte sich auf der Pressekonferenz auch zum 1:1. Und verwies erstmal darauf, dass vor der Torchance, die dann zur Ecke führte, sein Spieler Holtby gefoult wurde. Das ist richtig. Nur der ewige Bundesligist hatte auch genug Zeit das Spiel zu gewinnen.
In der Bundesliga kann es schon mal ruppig zugehen.


Das Ingolstädter Spiel ist nicht immer ansehend und berauschend. Allerdings effektiv. Als Aufsteiger muss man so in der Liga agieren um eine Chance zu haben. Trotziges motzen, benachteiligt geworden zu sein, wie beim HSV ist unangebracht. Außer man ist klar besser gewesen. Das allerdings war nicht der Fall. Der Aufschrei der Schanzer nachdem Dortmund-Spiel hatte eine klare Berechtigung. Wäre hier ein Sieg dringewesen. Und nicht nur einmal lag der Schri daneben.
Die Aufsteiger die in den vergangenen Jahren mit Hurra-Fußball die Liga erfreuten, stiegen am Ende meistens sang- und klanglos ab. Der SC Paderborn stieg vergangenes Jahr bei 7 Siegen - 10 Remis und 17 Niederlagen mit einer Tordifferenz von -34 und 31 Punkten als Letzter ab. 2013/2014 erwischte es die Eintracht aus Braunschweig bei 6 Siegen - 7 Remis und 21 Niederlagen, einer Tordifferenz von -31 bei 25 Punkten. Die Niedersachsen waren ebenfalls Schlusslicht nach 34 Spieltagen. Trotz teilweise tollen Auftritten. Punkte brachten ihre Art zu Spiele indes nicht. Der Rückstand aufs rettende Ufer betrug damals sieben Punkte. Ein Jahr zuvor sagte Greuther Fürth mit einem noch deutlicheren Rückstand, Tschüss Oberhaus. 21 Punkte holten die Franken und gewannen nur vier Spiele. Neunmal gab es ein Remis und 21 Niederlage. 21 Punkte und ein Rückstand von 12 Punkten auf einen Nicht-Abstiegsplatz bedeuteten am Ende, deutlich den Wiederabstieg in Liga zwei.
Bereits jetzt weist das Punktekonto vom FCI, 30 Punkte auf. Der Vorsprung auf die Abstiegsplätze wächst und wächst. Und es werden wahrscheinlich noch mehrere Siege folgen. Das die Schanzer mit ihren "ekligen" Spielweise die Gegner "nerven." Ist gewiss nicht die Schuld der Ingolstädter. Sondern die der Gegner. Sich über die Spielweise des Gegners aufzuregen, bedeutet auch immer selbst, keine Lösungen zu haben.
Der HSV hat hingegen aus seinen zwei Relegationskrimis nichts gelernt. Zumindest ein paar Spieler nicht. Würden die Hamburger in der zweiten Liga spielen. Würden sie wissen, dass es oft nur über den Kampf und Willen geht. Über die Bemertkung Holzbys würden Zweitligisten umso mehr nur lachen.

Donnerstag, 25. Februar 2016

Das Bild und seine Geschichte V: Als der Beste, Tschüss sagte!





Der Leitwolf durfte duchspielen. Dann war es nach einer kurzen Nachspielzeit vorbei. Stefan Leitl, ich adelte ihn mal als besten Spieler den der FC Ingolstadt 04 je hatte, hängte seine Schuhe an den Nagel.


Gegen den 1. FC Köln machte Stefan Leitl, sein letztes Pflichtspiel als Profi für den FC Ingolstadt 04. Er prägte jahrelang das Spiel der Schanzer. Als offensives Herz der Truppe. Sei es als Torjäger, Vorlagengeber oder Antreiber. Leitl war immer da. Unter Tomas Oral fand sich Leitl zwar des Öfteren auf der Bank wieder. Als die Fans und das Umfeld Druck machten, wurde der "Unverzichtbare" doch wieder aufgestellt. Beim Heimspiel gegen Köln 2013, fiel für ihn dann der letzte Vorhang.
Ich befand mich an diesem Wochenende in Landshut auf dem Pfingstlager der VCP-Region Isar. Ich reiste eigens für das Spiel von Landshut an. Um das letzte Spiel, von meinem Lieblingsspieler zu sehen. Leitl war sichtlich gerührt, als er am Ende, Richtung Südtribüne ging. Allerdings merkte man ihm auch an, dass er kurzen Prozess machten möchte. Abpfiff, kurz verabschieden und ab in die Kabine. Ganz verloren ging Leitl den Schanzern dennoch nicht. Erst trainierte er die U23 in der Regionalliga Süd. Aktuell leitet er die U-19 in der 1. Fußball-Bundesliga. Der Leitwolf blieb bei seinem Herzensklub. Seine Bilanz lässt sich sehen. Von 2007 - 2013 spielte der Mittelfeldspieler für die Schanzer. Er erzielte in 151 Spielen, 37 Tore und bereitete 35 Kisten vor. 2010/2011 spielte er die Saison seines Lebens. Mit 13 Toren in 27 Spielen und neun Vorbereitungen.


Stefan Leitl, eine Legendes Vereins. Und der beste Spieler der den Verein je hatte. Danke Stefan!