Donnerstag, 14. Juli 2016

Die Rückschau zur EURO 2016: So schlecht war die EM 2016 nicht

Die UEFA EURO ist erst zu Ende gegangen und da wirft die EURO 2020 bereits wieder ihre Schatten voraus. Insbesondere die Erweiterung des Teilnehmerfelds wurde zuletzt stark kritisiert. Auch die Zusammensetzung der Achtelfinal-Partien geriet in starke Kritik.

Grund genug  dieses Thema genauer zu beleuchten. 24 statt 16 Teams. 54 Nationen spielten dabei die Plätze für die Europameisterschaft in Frankreich aus. Heißt weniger als die Hälfte der Teams konnten ein Ticket für die EM ziehen. Zwischen 1996 und 2012 durften 16 Teams an der EM teilnehmen. Das entsprach in etwa 30 % aller Teams, die an der Qualifikation teilnahmen.

Die EM war damals eine Veranstaltung, von einem erlesenen Teilnehmerkreis. Erstteilnehmer gab es seit der EURO 1996 in England nicht viele. 2000 hatten Jugoslawien, Norwegen und Slowenien, Premiere. 2004 nahm Lettland zum ersten Mal am Wettbewerb, Teil. 2008 feierte der Gastgeber, Österreich, Premiere und die Mannschaft aus Polen. 2012 war mit der Ukraine wieder ein Gastgeber, Premieren-Teilnehmer.

Der Teilnehmerkreis war also immer ein Kreis von Dauerteilnehmern. Beispielsweise Deutschland, Italien, Spanien oder Portugal. Die Russen gehören auch seit einigen Turnieren zu den Dauerteilnehmern. „Kleinere“ Nationen hatten dagegen oft das Nachsehen. Bei der Qualifikation zur EURO 2016 setzten sich schließlich Island, Österreich und Wales als Gruppensieger durch. Heißt sie wären auch beim 16er-Teilnehmerfeld bei der EURO mit dabei gewesen.

An die Neulinge hatte man sich gewöhnt. Doch während der EM begann eine Qualitätsfrage die Foren auf Facebook und auch in der Presse zu erfassen. Spiele mit wenigen Toren, teilweise langweiligen Spielanlagen bekam man vor dem Fernseher zu Sehen.

Insbesondere die nicht so technisch versierten und nicht mit Topstars gespickten Teams, agierten sehr defensiv. Sie versuchten dem überlegenen Gegner mit einer tiefstehenden Hintermannschaft, den Zahn zu ziehen. Und suchten schließlich ihr Glück im Konter. Das gelang. Nordirland, Irland, die Slowakei und Ungarn  fanden so ihren Weg ins Achtelfinale.

Doch neu ist die Art und Weise, Fußball zu spielen nicht. Es schlichtweg das Mittel der „Kleinen“ die „Großen“ zur Verzweiflung zu führen. Das ist nicht verwerflich. Auch wenn diese Spielweise, keine Offensivfeuerwerke nach sich zieht. Bis zum letzten Spieltag der Gruppenphase musste gewartet werden, als es richtig krachte. Gleich sechs Tore fielen beim Gruppenfinale in der Gruppe F bei Portugal – Ungarn (3:3). Ansonsten meistens das Gleiche. Offensive Mannschaften wurden von tiefstehenden Mannschaften in den Wahnsinn getrieben.

Überraschungen hielt die EURO dennoch parat. Aufopfernd kämpfende Albaner schafften es auf Platz drei, der unter Umständen zur Teilnahme für das Achtelfinale berechtigt. Und hier trat gleich das nächste Ärgernis dieser EM auf. Die Albaner mussten nämlich drei Tage im Quartier warten. Sie wussten eben nicht, sollen sie sich auf ein Achtelfinalspiel vorbereiten oder heimreisen. Am Ende hieß es Heimreise, weil sich die Slowakei, Portugal, Nordirland und Irland die Tickets sicherten. Die Segel streichen mussten dann schließlich Albanien und die Türkei. Und genau hier hagelte es Kritik. Am Modus. Nicht zwingend dass die besten Gruppendritten ins Achtelfinale kamen. Den gleichen Modus gab es auch bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1994 in den USA.

Und da war noch der Turnierbaum. Kritisiert wurde hier dass im „linken“ Turnierbaum sich die Schwergewichte mit Deutschland und Frankreich aufhielten. Und im rechten dagegen die vermeintlichen „Kleinen“ mit Polen, Wales ,der Schweiz und Island. Als Knaller gab es im Achtelfinale dann gleich mal die Neuauflage des Endspiels 2012. Der vierfache Weltmeister und Vize-Europameister kam weiter. Spanien schied aus. Und trotzdem war der Weg zum Beispiel für die Franzosen ins Halbfinale vermeintlich einfach. Die Franzosen mussten im Achtelfinale gegen Irland ran, im Viertelfinale wartete dann Island. Wobei auch hier es die Engländer hätten sein können. Deswegen relativiert sich hier meiner Meinung auch die Kritik. Denn als Gruppenerster, bekommt tendenziell eher den leichteren Gegner im Achtelfinale. Und wer am Ende den Titel haben möchte, der muss letztendlich gegen alle gewinnen.

Trotzdem würde eine „Setzung“ des Turnierbaums dem Turnier nicht schaden. Genügend Möglichkeiten gibt es auch. Und auch sowas, wie mit Albaniens Team, darf nicht mehr passieren. Dass man drei Tage im Quartier ausharrt und nicht weiß, wie es weiter geht. Auch hier muss sich die UEFA etwas einfallen lassen. Oder den Spielplan flexibler gestalten.

Trotzdem gab es auch viele tolle Geschichten bei dieser EURO. Irische Fans, die den Titel Europameister verdient gehabt hätten, mit ihrer tollen Stimmung und Unterstützung während des Turniers. Die Nordiren haben mit ihren „Will Griggs on fire“ einen neuen Superhit in die Welt getragen. Und die Spieler aus Island, eroberten die Herzen Europas mit ihrer kämpferischen Spielweise und einem leidenschaftlichen und lauten „Huh.“ Dagegen blamierten sich die Engländer, eins ums andere mal. Die Niederländer vermisste keiner. Sie bereiten sich schon mal auf die Mission WM-Titel 2018 vor.  Die Österreicher enttäuschten als Geheimfavorit kläglich. Und die Ungaren zogen überraschend ins Achtelfinale ein. Die Belgier bleiben eine goldene Generation, ohne Krönung und werden auch bereits heiß auf die WM 2018 blicken. Die Italiener zeigen nach 60 Jahren, endlich dass sie auch offensiv spielen können. Und das sogar sehr gut. Es gab viele Geschichten zu erzählen, nach den Titelwettkämpfen in Frankreich.

Und wie geht es jetzt weiter? Nach dieser EURO mit wenig spielerischen Glanzpunkten und doch kleinen und großen Überraschungen? Die Qualifikation zur EURO 2020 wird komplex. Es soll normale Qualifikationsgruppen geben und weitere Plätze werden über eine Nationenrunde vergeben werden. Das ist nicht die einzige Neuerung. Denn die EURO gastiert in 13 Ländern. Also eine richtige Europameisterschaft. Über den ganzen Kontinent verteilt. Jedes Land soll dabei, Heimspiele haben. Sofern sich das Land, den Zuschlag für Spiele erhalten hat. Das DFB-Team würde demnach in München seine Spiele austragen. Die Halbfinals und das Endspiel finden dann im Tempel, Wembley in London statt. Die Stimmung wird natürlich nicht so großartig, vergleichbar mit einer EURO in einem Land. Aber es wird dieses Mal ein „großes“ europäisches Turnier. Die ganz genaue Umsetzung will die UEFA erst im Dezember bekanntgeben. Man darf also nach wie vor gespannt sein, wie sich das die europäische Fußballunion das vorstellt.

Ob jetzt die UEFA komplett die Seele am Fußballsport veräußert hat. Darüber kann wie immer streiten. Die EURO 2024 wird dagegen wieder ein Turnier in einem Land sein. Zumindest wenn Deutschland den Zuschlag für eine EURO erhält. Die letzte trug Deutschland 1988 aus. Allerdings gibt es Konkurrenz aus Skandinavien. Norwegen, Finnland, Dänemark und Schweden planen eine Bewerbung.  Auch die Türkei probiert abermals einen Anlauf, für die Ausrichtung einer EURO.

Man darf gespannt sein, was da noch auf uns zukommt.

 

Montag, 21. März 2016

Kalou, Haraguchi. Zack, Bum. Die Rückschau auf das Hertha-Spiel



Berlin. Meine 89. Auswärtsfahrt mit den Schanzern, war irgendwie eine Besondere. Auch wenn ich schon mal im Berliner Olympiastadion war, hat es immer etwas Magisches dort hin zu fahren. Mein letzter Berlin-Ausflug war sechs Jahre her. 2010 also. Und wieder rum acht Jahre war es her, dass ich zum ersten Mal in der Bundeshauptstadt war. Also 2002. Zwischen den Trips liegen also immer lange "Wartezeiten." Doch dieses Mal war es wieder soweit.
Auch wenn man bei einem Auswärtsspiel nicht viel sieht außer das riesige Olympiastadion, ist es immer toll in Berlin zu sein. Man kann nur erahnen, was man alles in der 4-Millionen-Metropole sehen kann. Vom Olympiastadion aus, dass im Westend im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf liegt, sieht man an einer Kreuzung, den Berliner Fernsehturm.
Das Olympiastadion besitzt eine Geschichte, die wohl einzigartig in Deutschland ist. Gebaut für die Olympiastadion 1936, für die WM 2006 großzügig saniert. Und trotzdem ist noch sehr vieles vom "Ursprungsbau" erhalten. Dass gegen Ingolstadt nur 45.000 Menschen ins Stadion kamen, verwunderte mich sehr. Die Hertha ist Tabellendritter, spielt einer der besten Saisons seit langer Zeit. Aber wahrscheinlich liegt es an den hohen Ticketpreisen. Jedenfalls ist es Schade, dass erst einmal bisher das Olympiastadion ausverkauft war. Die Berliner Hertha hätte es sich verdient, öfters vor einem vollen Stadion zu spielen. Aber nun erst mal zum Spiel.

Imposant ist es das Stadion in Berlin. Ein Prachtbau, ein Stück deutscher Geschichte. Das Spiel dagegen wird nicht in die Fußball-Geschichte eingehen. Zumindest die erste Hälfte. Höhepunkte  zum Notieren, gab es fast keine. Nur einen Torschuss der Hertha aus ca. 30 Metern, der knapp über die Latte ging. Und ein Plattenhardt, der erst sich selbst anschoss, den Ball doch aufs Tor lenken konnte, weil Kalou seinen Kopf hinstreckte. Ansonsten eine höhepunktarme Partie. Was auch daran lag, dass der FC04 wieder seine "eklige" Spielweise an den Tag lag. Spieler doppeln, Räume verdichten. Sinnbildlich dafür. Einen Hertha-Spieler hetzten gleich drei Schanzer hinterher. Sodass der Berliner keine Wahl mehr hatte, als den Ball ins Aus zu spielen.
In der zweiten Hälfte gestaltete sich die Partie schon deutlich attraktiver. Dann wurde kurios. Lezcano wurde gefoult. Die Hertha schaltete blitzschnell. Währenddessen jeder auf den Pfiff des Schiedsrichter wartete, flankte Kalou schon von Außen und Haraguchi schob aus wenigen Metern zur Führung ein. Man kann es sehen wie man möchte. Entweder, eine Frechheit das der Schiedsrichter nicht abpfiff. Oder kaltschnäuzige Hertha, die diese Situation pfeilschnell ausnutzte zur Führung. Wie dem auch sei. Berlin führte. Ingolstadt war bemüht die Spielkontrolle wieder an sich zu reißen. Doch das zweite Tor ließ nicht lange auf sich warten. Dieses Mal waren die Rollen anders verteilt. Roger mit einem Abspielfehler, Matip kann den Ball nicht zurückgewinnen. Und dieses Mal flankte der bärenstarke Haraguchi und Kalou traf zum 2:0. Die Ingolstädter Abwehr sah nicht gut aus. Die Verteidigung schlief kollektiv. Die Flanke segelte an den zweiten Pfosten. Und schon war es geschehen. Es deutete sich an, dass die Schanzer im sechsten Aufeinandertreffen mit den Hauptstädtern, nicht gewinnen kann. Bisher lautete die Bilanz: 2 Siege Berlin, 3 Remis, 0 Siege Ingolstadt. Hoffnung keimte allerdings dann später doch noch auf. Hasenhüttl wechselte den Anschlusstreffer ein. Cohen flankte und Hinterseer köpfte ein. Der Ball kullerte gemächlich über die Linie. Man war sich zwischenzeitlich nicht sicher, ob der Ball vor der Linie am Pfosten hängen bleibt. Doch er überquerte die Linie. Die Schanzer versuchten nochmal mit allen Mitteln, ein Remis zu entführen. Doch die gereifte Hertha, konnte Ingolstadt in Schach halten.
Am Ende verloren die Schanzer nach vier Remis in Folge wieder. Die kommenden Aufgaben werden nicht leichter. Zwar ist der Klassenerhalt zum Greifen nah. Doch der FC04 hat noch genug Arbeit vor sich, ihn entgültig einzutüten. Mit Schalke und Borussia Mönchengladbach kommen richtig schwere Gegner in den Sportpark. Zumal sich beide ein Kopf-an-Kopf-Rennen, um den direkten Champions League Platz. Beide brauchen Punkte unbedingt Punkte. Aber beide Teams sind Wundertüten. Zu unkonstant. Manchmal mit Glanzauftritten, manchmal mit schlechten Spielen. Da beide Teams recht offensiv agieren, kommt die Spielweise den Schanzern entgegen. Vor allem weil bei uns endlich die Stürmer treffen. Hinterseer erlebt seinen "zweiten" Frühling in dieser Saison. Moritz Hartmann ist aktuell der beste Torjäger der Schanzer und nähert sich einem Torkonto, mit zweistelligen Wert. Lezcano traf und auch Leckie hat wieder getroffen. Also gute Voraussetzungen für die kommenden Spiele.
Für Festspiele. Doch die Schanzer haben in dieser Saison des Öfteren schon gezeigt, dass auch die "großen" Brocken für sie machbar sind. Gegen Schalke und Gladbach gab es in der Hinrunde, Remis. Also warum dieses Mal, keine Siege?


Die nächsten Partien der Schanzer:
Samstag, 02.04 gegen den FC Schalke 04
Samstag, den 09.04 gegen VfL 1900 Borussia Mönchengladbach

Mittwoch, 2. März 2016

Da Lukas ist wieder da!


Lukas Hinterseer ist wieder da! Nachdem er am ersten Spieltag in Mainz, den ersten Bundesliga-Treffen der Schanzer in der Geschichte erzielte, traf der Österreicher und Publikumsliebling lange nicht mehr.
In der Hinrunde gehörte Hinterseer zu den Verlierern beim Ingolstädter Stammpersonal. Immer häufiger wurde der Stürmer ausgewechselt. Die Fans warteten darauf, wann bei Hinterseer der Knoten denn endlich platzen wird.
Hinterseer hat keineswegs seine Torgefährlichkeit verloren. Der Stürmer ist mehr oder weniger Opfer, des aufwendigen Spiels der Schanzer. Beim FCI verteidigt die Abwehr sehr hoch. Und auch die Stürmer sind angewiesen ihre Gegenspieler bereits frühzeitig zu attackieren. Dies soll dazu führen, dass die Gegner, Fehler machen und die zweiten Bälle dann verwertet werden können. Hinterseer machte genau das. Er attackierte, torgefährlich in Szene setzen konnte, er sich dagegen nur noch selten.
Hinterseer wurde gegen Bayer 04 Leverkusen und den FC Augsburg spät eingewechselt. Ein Denkzettel für Hinterseer. Doch dieser Denkzettel zeigte Wirkung. Denn jetzt ist Hinterseer fast eine Tormaschine geworden. Zuhause beim 2:0 gegen Bremen, schoss er den Foulelfmeter ins Netz. In Hamburg gelang ihm per Kopf das 1:1. Und gestern krönte er eine tolle Kombination der Schanzer mit einem Tor. Und wieder hallte es durch den Sportpark "Hinterseer, Hinterseer, Hey, Hey!" Mit vier Toren ist Hinterseer nun der zweitbeste Torschütze hinter Moritz Hartmann. Hartmann büßte dagegen seinen Stammplatz mal wieder ein. Aber Hartmann ließ schon öfters verlauten, dass er dies nur als zusätzliche Motivation sehe. Hinterseers neun Tore vom Vorjahr, scheinen machbar zu sein. Also Lukas, gib Gas. Damit es auch weiter im Sportpark hallt: "Hinterseer, Hinterseer, Hey, Hey!"

Montag, 29. Februar 2016

Ein Bild und seine Geschichte VI: Als Demir in Pfullendorf traf. Ein Bild aus Regionalliga-Zeiten


Stefan Leitl, Ersin Demir und Steffen Wohlfahrth hatten im August 2007, allen Grund zum Jubeln. Sie waren die Torschützen beim 3:0-Sieg in Pfullendorf. Damals versuchte der FCI unter Trainer Jürgen Press, Richtung zweiter Liga  zu marschieren. Dies gelang am Ende, wie wir alle wissen, Thorsten Fink. Jürgen Press, der mit den Ingolstädtern, Bayerischer Meister wurde, musste in der Winterpause seinen Hut nehmen.
Doch wer tummelte sich damals beim FCI in der Mannschaft? Im Tor gab es natürlich nur einen. Michael Lutz. Die Abwehr bildeten Mario Neunaber, Malte Metzelder, Michael Wenczel und Heiko Gerber. Im Mittelfeld agierten Stefan Leitl, Marcel Hagmann, Daniel Jungwirth und Andreas "Zecke" Neuendorf. Im Sturm wirbelten Steffen Wohlfahrth und Ersin Demir.
Sie waren auch später die Aufstiegshelden der Schanzer. Die ersten großen Helden der Ingolstädter. Doch der eine oder andere fragt sich, wo ist denn jetzt Pfullendorf?


Pfullendorf liegt im Landkreis Tübingen, Nahe am Bodensee in Baden-Württemberg. Heute spielen die Pfullendorfer in der Oberliga Baden-Württemberg. Jetzt heißen die Gegner, Bremen, Hamburg, Bayern München und Schalke 04. Damals hießen sie noch: Ludwigshafen, Pfullendorf, Reutlingen, Kassel und Elversberg. So lange ist das gar nicht her. Aber gefühlt doch eine Ewigkeit.

Ekelhaft. Aber der Erfolg gibt mehr als Recht - die Nachlese zum HSV-Spiel


Als "ekelhaft" bezeichnete HSV-Spieler Lewis Holtby unsere Schanzer nachdem 1:1 im Volksparkstadion. Das die Hamburger nach ihrer 1:0-Führung allerdings nicht mehr viel taten um das Spiel  zu gewinnen, erwähnt der Mittelfeldspieler allerdings nicht.
Anstatt selbstkritisch zu sein, warfen die Hamburger Spieler mit Kritik nach dem FCI. Bruno Labbadia lieferte selbst die Ironie des Tages. Im kleinen, kompakten und sehr dünnen Stadionmagazin des HSV meinte der Trainer: "Wir wären ja dumm, wenn wir nicht auf die Ingolstädter Standards vorbereitet wären."
Vorbereitet war der HSV scheinbar weder auf die Spielweise unserer Schanzer noch auf die Standard-Stärke. Denn das 1:1 durch Hinterseer, wurde mal wieder durch einen Standard von Groß eingeleitet. Noch Fragen?
Freilich war das Spiel im Volksparkstadion vor über 50.000 Zuschauern kein Leckerbissen. Die Frage ist allerdings auch, muss es das immer sein? Gewiss nicht. Ingolstadt zwingte dem Gegner mal wieder sein Spiel auf. Aggressives Gegenpressing, sehr hoch verteidigen, in die Zweikämpfe gehen und die zweiten Bälle konsequent in Ballbesitz und Offensivaktionen verarbeiten. Überraschend ist dies mittlerweile nicht mehr. Denn der FCI agiert die ganze Saison schon so. Und das mit großen Erfolg. Mit 30 Punkten steht man solide in der Tabelle da. Mit dem Abstiegskampf hatten die Schanzer diese Saison noch nie etwas zu tun. Der HSV versuchte seine eigene spielerische Schwäche an diesem Tag mit einem Seitenhieb, Richtung Oberbayern zu übertünchen. Doch jedem Spielbeobachter viel auf, dass die Hamburger immer noch verstanden haben, wie man seinen Gegner zur Verzweiflung bringt. Kampf und Leidenschaft zeigten die Norddeutschen, die in den letzten zwei Saisons sich schmeichelhaft über die Relegation retteten, jedenfalls nicht. Umso überraschender kommen solche Reaktionen. HSV-Coach Labbadia äußerte sich auf der Pressekonferenz auch zum 1:1. Und verwies erstmal darauf, dass vor der Torchance, die dann zur Ecke führte, sein Spieler Holtby gefoult wurde. Das ist richtig. Nur der ewige Bundesligist hatte auch genug Zeit das Spiel zu gewinnen.
In der Bundesliga kann es schon mal ruppig zugehen.


Das Ingolstädter Spiel ist nicht immer ansehend und berauschend. Allerdings effektiv. Als Aufsteiger muss man so in der Liga agieren um eine Chance zu haben. Trotziges motzen, benachteiligt geworden zu sein, wie beim HSV ist unangebracht. Außer man ist klar besser gewesen. Das allerdings war nicht der Fall. Der Aufschrei der Schanzer nachdem Dortmund-Spiel hatte eine klare Berechtigung. Wäre hier ein Sieg dringewesen. Und nicht nur einmal lag der Schri daneben.
Die Aufsteiger die in den vergangenen Jahren mit Hurra-Fußball die Liga erfreuten, stiegen am Ende meistens sang- und klanglos ab. Der SC Paderborn stieg vergangenes Jahr bei 7 Siegen - 10 Remis und 17 Niederlagen mit einer Tordifferenz von -34 und 31 Punkten als Letzter ab. 2013/2014 erwischte es die Eintracht aus Braunschweig bei 6 Siegen - 7 Remis und 21 Niederlagen, einer Tordifferenz von -31 bei 25 Punkten. Die Niedersachsen waren ebenfalls Schlusslicht nach 34 Spieltagen. Trotz teilweise tollen Auftritten. Punkte brachten ihre Art zu Spiele indes nicht. Der Rückstand aufs rettende Ufer betrug damals sieben Punkte. Ein Jahr zuvor sagte Greuther Fürth mit einem noch deutlicheren Rückstand, Tschüss Oberhaus. 21 Punkte holten die Franken und gewannen nur vier Spiele. Neunmal gab es ein Remis und 21 Niederlage. 21 Punkte und ein Rückstand von 12 Punkten auf einen Nicht-Abstiegsplatz bedeuteten am Ende, deutlich den Wiederabstieg in Liga zwei.
Bereits jetzt weist das Punktekonto vom FCI, 30 Punkte auf. Der Vorsprung auf die Abstiegsplätze wächst und wächst. Und es werden wahrscheinlich noch mehrere Siege folgen. Das die Schanzer mit ihren "ekligen" Spielweise die Gegner "nerven." Ist gewiss nicht die Schuld der Ingolstädter. Sondern die der Gegner. Sich über die Spielweise des Gegners aufzuregen, bedeutet auch immer selbst, keine Lösungen zu haben.
Der HSV hat hingegen aus seinen zwei Relegationskrimis nichts gelernt. Zumindest ein paar Spieler nicht. Würden die Hamburger in der zweiten Liga spielen. Würden sie wissen, dass es oft nur über den Kampf und Willen geht. Über die Bemertkung Holzbys würden Zweitligisten umso mehr nur lachen.

Donnerstag, 25. Februar 2016

Das Bild und seine Geschichte V: Als der Beste, Tschüss sagte!





Der Leitwolf durfte duchspielen. Dann war es nach einer kurzen Nachspielzeit vorbei. Stefan Leitl, ich adelte ihn mal als besten Spieler den der FC Ingolstadt 04 je hatte, hängte seine Schuhe an den Nagel.


Gegen den 1. FC Köln machte Stefan Leitl, sein letztes Pflichtspiel als Profi für den FC Ingolstadt 04. Er prägte jahrelang das Spiel der Schanzer. Als offensives Herz der Truppe. Sei es als Torjäger, Vorlagengeber oder Antreiber. Leitl war immer da. Unter Tomas Oral fand sich Leitl zwar des Öfteren auf der Bank wieder. Als die Fans und das Umfeld Druck machten, wurde der "Unverzichtbare" doch wieder aufgestellt. Beim Heimspiel gegen Köln 2013, fiel für ihn dann der letzte Vorhang.
Ich befand mich an diesem Wochenende in Landshut auf dem Pfingstlager der VCP-Region Isar. Ich reiste eigens für das Spiel von Landshut an. Um das letzte Spiel, von meinem Lieblingsspieler zu sehen. Leitl war sichtlich gerührt, als er am Ende, Richtung Südtribüne ging. Allerdings merkte man ihm auch an, dass er kurzen Prozess machten möchte. Abpfiff, kurz verabschieden und ab in die Kabine. Ganz verloren ging Leitl den Schanzern dennoch nicht. Erst trainierte er die U23 in der Regionalliga Süd. Aktuell leitet er die U-19 in der 1. Fußball-Bundesliga. Der Leitwolf blieb bei seinem Herzensklub. Seine Bilanz lässt sich sehen. Von 2007 - 2013 spielte der Mittelfeldspieler für die Schanzer. Er erzielte in 151 Spielen, 37 Tore und bereitete 35 Kisten vor. 2010/2011 spielte er die Saison seines Lebens. Mit 13 Toren in 27 Spielen und neun Vorbereitungen.


Stefan Leitl, eine Legendes Vereins. Und der beste Spieler der den Verein je hatte. Danke Stefan!

Dienstag, 23. Februar 2016

Das Bild und seine Geschichte IV: Jubel in Koblenz





16. Minute. Markus Karl trifft nach Vorlage von Andreas Buchner zum 1:0. Es bedeutete auch den Endstand in Koblenz. Die Schanzer beenden damit eine gute Hinrunde in ihrer Premieren-Zweitliga-Saison 2008/2009 auf Platz 12 mit 21 Punkten. Der Vorsprung auf den Relegationsplatz beträgt sieben Punkte. Mit sechs Siegen, drei Remis und acht Niederlagen, ist die erste Hinserie in Liga zwei gut zu Ende gegangen.
Mit dem Rückrundenstart ging allerdings es bergab. Die Schanzer gewannen 16 Spiele in Folge nicht mehr. Erst am 34. Spieltag folgte ein 4:0 gegen die TuS Koblenz. Da war der Abstieg allerdings schon besiegelt. Aus sieben Punkte Vorsprung, wurden sieben Punkte Rückstand aufs rettende Ufer. Thorsten Fink musste gehen und Horst Köppel konnte nicht die Wende einleiten. Eine lehrreiche Saison. Und ein Abstieg der nie nötig gewesen wäre, sah es doch nach der Hinrunde doch so gut aus.
Markus Karl hatte trotzdem bei diesem Spiel allen Grund zum Jubeln. Der gebürtige Niederbayer blieb noch bis 2013 in Diensten der Schanzer. Danach wechselte er zu Union Berlin. Und da gelang Markus Karl, ein Treffer gegen die Schanzer. Mittlerweile kickt der defensive Mittelfeldspieler für den 1. FC Kaiserslautern.

Freitag, 19. Februar 2016

Das Bild und seine Geschichte III: als das Warten ein Ende hatte



"In einem kampfbetonten und bis zum Schluss spannenden Donaustadt-Derby sicherten die Schanzer gegen die Donauabwärts liegenden Regensburger durch ein 4:2-Sieg drei Punkte. Damit hat das lange, zähe warten auf einen Derbysieg seit August 2008 in Liga zwei - endlich ein Ende!!!"


Tja. Das war eine Genugtuung. Der FC04 gewann im November 2012, 4:2 gegen den Jahn Regensburg. Ein Derby, dass für die Zuschauer einiges bot. Eine einfache Partie war es gewiss nicht. Aber am Ende stand der erste Derbysieg seit 2008 in der zweiten Liga! Auf diesem Foto jubelt Stefan Leitl. Er glich in der 48. Minute zum 1:1 aus. Er scheiterte erst beim Elfmeter. Der Nachschuss saß aber dann. Eines von vielen Toren an diesem Tag.


Ihr wollt nochmal von diesem geilen Derby lesen?
Dann hier der Blogpost vom November 2012:
http://www.schwarzrot-blog.de/2012/11/derbysieger-hey-hey.html


Beim nächsten Teil von "Das Bild und seine Geschichte" spielt auch wieder Stefan Leitl die Hauptrolle. Ihr dürft gespannt sein.